Was bedeutet Lokale Kirchenentwicklung?

Lokale Kirchenentwicklung beschreibt einen visionsgeleiteten Prozess. Im Hintergrund stehen zentrale Ideen des II. Vatikanischen Konzils, die zuletzt im Schreiben der Deutschen Bischöfe Gemeinsam Kirche sein“ (DBK 100) entfaltet worden sind.

Die theologische Grundperspektive für diesen Weg liegt

  •  …in der Fokussierung auf die Taufwürde aller Getauften und deren kirchenbegründende Sakramentalität, die in einer Dynamik des Werdens gesehen wird. Im Blick auf das gemeinsame Priestertum aller Getauften gilt dann, dass dort, wo Getaufte aus der Kraft des Geistes und in Gemeinschaft ihre Sendung zur Verkündigung des Evangeliums Kirche gestaltet und gelebt wird.
  • … in der Wahrnehmungsperspektive: es geht nicht um den Selbsterhalt einer bestimmten Gemeindestruktur, sondern um eine Neuausrichtung auf die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst unserer Zeitgenossen, besonders der Armen. Aus diesem Teilen wächst Kirche
  • …in der durchgehenden Perspektive einer größtmöglichen Partizipation. Dabei ist Partizipation nicht misszuverstehen als demokratische Machtpartizipation. Es ist ein spirituell-theologischer Begriff: so wie Gott uns Anteil gibt an seinem Leben, so zieht sich die Linie der Partizipation in dreifacher Weise in der Lokalen Kirchenentwicklung aus: Loki geschieht, wo zum einen Prozesse in Gang kommen, die eine Gotteserfahrung stärken (und so die Taufwürde), wo die Gemeinschaft untereinander gestärkt wird (Leib Christi und seine Charismen und Gaben), und schließlich wo Christen Anteil nehmen am Leben der Welt (s.o.).

Was ist das Ziel der Lokalen Kirchenentwicklung?

Lokale Kirchenentwicklung setzt die sakramental in der Eucharistie gründende Ekklesiologie voraus und faltet sie aus im Blick auf Berufung, Sammlung und Sendung. Das hat konkrete Konsequenzen für die Prozesse der Kirchenentwicklung

  • Ein Prozess Lokaler Kirchenentwicklung setzt ein Team von Priestern und Hauptberuflichen voraus, die ihre Rollen neu verstanden haben und sich als Entwicklungshelfer am Werden der Pfarrei als Gemeinschaft vielfältiger und bunter Gemeinschaften verstehen. Pfarrei, Leitung der Pfarrei und engagierter Dienst an den Getauften muss neu verstanden werden.
  • Ein Prozess Lokaler Kirchenentwicklung setzt einen geistlich geprägten Bewußtseins und Visionsprozess voraus, der mit einem klaren Entwicklungsbild der Kirche agiert. Es geht darum zu verstehen, dass Kirche aus der Kraft des Geistes in den Getauften lebt und alle Strukturen dem dienen.
  • Damit einher geht die Ermutigung, in geordneten Prozessen vor Ort zu entdecken und zu gestalten, wie Gottes Weg mit seinem Volk hier vor Ort geht – als gemeinsamer Weg mit den Menschen, nicht nur den Christen dort. Solche Prozesse sind begleitungsintensiv und dann erfolgreich, wenn sie von den konkreten Herausforderungen der Menschen vor Ort geleitet sind.

Welches Zielbild steht hinter den Prozessen Lokaler Kirchenentwicklung?

  • Auf dem Horizont basiskirchlicher Erfahrungen und der postmodernen Erweiterungen anglikanischer Gemeindelandschaften zielt Lokale Kirchenentwicklung auf ein Bilder der Kirche, das sich als eine von werdenden und reifenden Christen getragene Vielfalt kirchlicher Sozialgestalten zeigt, die als Netzwerk interagieren. Die Pfarrei als sakramentale Grundgemeinschaft faltet sich aus als Netz von Segensorten unterschiedlichster Prägung
  • Geleitet wird diese Pfarrei von dem Pfarrer und seinem Team, die in allem das Werden der Segensorte und der Menschen in ihnen begleiten. Örtliche Gemeinden, Krankenhäuser, Kindergärten, EFLen, Ordensgemeinschaften etc gehören vor aller strukturellen Differenzierung zum vielfältigen Zeugnis der einen Kirche und bilden in ihrem Gesamt das Sakrament der Kirche ab.

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Evaluierung der Teams Gemeinsamer Verantwortung

Im Bistum Hildesheim gibt es mindestens 120 Lokale Teams. Wie sie entstanden sind, wie sie sich selbst sehen und was sie tun ist sehr unterschiedlich. Die MultiplikatorInnen haben diese Teams im vergangenen Herbst ausführlich befragt, jetzt sind die Antworten ausgewertet.

Eine Zusammenfassung dieser Evaluation finden Sie hier.

Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie hier.

 

 

Teams Lokaler Verantwortung

Bischof Norbert veröffentlicht nach einem zehnjährigen Entwicklungsprozess einen Orientierungsrahmen für die Lokalen Leitungsteams und möchte damit zum Weiterexperimentieren und gemeinsamen Lernen anregen.

Den Wortlaut des Orientierungsrahmens finden Sie hier.

Was ist jetzt zu tun?

  • Wie bisher klug bedenken, was für den eigenen Ort sinnvoll ist.
  • Wo es schon Lokale Leitungsteams gibt schauen, ob der Rahmen das eigene Wachsen und Weiterkommen fördern kann.
  • Wo es noch keine Teams gibt, überlegen, ob die nächsten Gremienwahlen im November 2018 ein guter Beginn dafür sein können.

Aktuelles

W@nder-Konferenz in Hannover:

„Ihr seid nicht allein“

Staunende Gesichter: Die Teilnehmer der W@nder-Konferenz sind begeistert.

In verschiedenen deutschen Diözesen breitet sich die Idee einer Kirche der Beteiligung aus. Ausgehend von weltkirchlichen Erfahrungen, von Impulsen aus anderen Diözesen oder den Initiativen der diözesanen Pastoralentwicklung zeichnet sich immer mehr ein Entwicklungsprozess unserer Pfarreien ab – eine Kirchenentwicklung, die eine neue Kultur des Kircheseins hervorbringt.

 

 

Damit sind viele Fragen verbunden, vieles ist ein Experiment. Ganz besonders stellt sich die Herausforderung und die Frage, wie man anfängt und einer solchen neuen Kirchengestalt den Weg bereitet. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen Anfänge vorstellen, die wir im Bistum Hildesheim gefunden haben. Gleichzeitig wollen wir aber auch mit Ihnen auf die Suche nach weiteren Antworten gehen.

Gute Gründe, warum ich mich für die Lokale Kirchenentwicklung engagiere

Weg nach Hildesheim

Sommer 2015. Ich fahre nach Hildesheim zum Bewerbungsgespräch. Wach, tastend, hoffend etwas würde sich zeigen, dass die Spur in dieses Bistum bestätiget oder nicht. Eigentlich mag ich nicht nochmal aufbrechen, „bei null“ anfangen. Insgeheim hoffe ich, bleiben zu können, dort wo ich privat und beruflich verwurzelt bin… Doch ich weiß, dass mein Leben geführt ist und mein JA dazu keine Garantie zum Bleiben ist. Und dann diese Vision von Menschen in der Kirche, die sich trauen „den Fuß in die Luft zu setzen“ im Vertrauen dass „die Luft trägt“..

Nach dem Gespräch im Generalvikariat folgen weitere: mit dem Leitungsteam, mit den ReferentInnen des zu leitenden Teams - falls ich die Stelle annähme. Von den Eindrücken und Gesprächen des Tages schwirrt mir der Kopf. Also gehe ich abends spazieren, lande an einem Fluss. Lange blicke ich auf das Wasser, meine, an der Leine zu stehen. Ich frage eine Passantin und höre erstaunt: „Das ist die Innerste“. Seltsamer Name für einen Fluss, denke ich, eigentlich heißt es doch: DAS Innerste.. In Hildesheim ist es DIE Innerste – und: Die Innerste ist ein Fluss! Wie ein Seelenbild, denke ich. Das sitzt. Ich spüre Herzklopfen und ahne den Fingerzeig.

Es ist der erste in der Reihe von weiteren, die immer deutlicher werden, bis ich schließlich begreife, dass es ernst wird: Abschied und Neubeginn sind dran.. So bin ich jetzt da, in Hildesheim, an der Innersten. Und es ist, als grüße sie mich jeden Tag, wenn ich sie auf dem Weg zur Arbeit (und zurück) überquere. Und ich grüße sie.

M. Ständer

Lokale Kirchenentwicklung im Dialog

Reden Sie mit: Das Team der Lokalen Kirchenentwicklung des Bistums Hildesheim können Sie direkt bei Facebook treffen. Dort liefern wir tagesaktuelle Informationen, geben Denkanstöße, stellen Ideen vor – und hören uns an, was Sie zu dem Prozess zu sagen haben. Besuchen Sie unserer Treff- und Informationsort für alle, die mit uns auf dem Weg sind mit einer Kirche, die den Menschen dient.

Ihr direkter Kontakt zu uns

Sie haben ein vorbildliches Projekt, das wir als Beispiel der Lokalen Kirchenentwicklung auf dieser Seite vorstellen sollen? Sie haben Fragen zur Lokalen Kirchenentwicklung oder benötigen Unterstützung für den anstehenden Prozess in Ihrer Gemeinde? Hier können Sie direkt mit uns in Kontakt treten.