Newsletter Lokale Kirchenentwicklung

Alle zwei Monate erscheint der Newsletter Lokale Kirchenentwicklung. Er enthält neben einem wechselnden Schwerpunktthema zahlreiche Informationen zu Terminen, Förderprogrammen und weiteren Nachrichten rund um das Thema Lokale Kirchenentwicklung.

Zuletzt sind folgende Ausgaben erschienen:

•  „Prüft alles, und behaltet das Gute“ (1 Thess 5,21) – Exnovation im kirchlichen Kontext" (Dezember 2025)
•  Vielfalt in der Liturgie (Oktober 2025)
•   Pilgern und Wallfahrten im Bistum Hildesheim (Juni 2025)
•   10 Jahre Enzyklika Laudato si (April 2025)
•   Neue Leitungsmodelle im Bistum Hildesheim (Februar 2025)
•   Sprachfähigkeit des Glaubens (Dezember 2024)


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„Prüft alles, und behaltet das Gute“ (1 Thess 5,21) – Exnovation im kirchlichen Kontext

Kirche verändert sich gegenwärtig stark. Die Zahl der Priester und hauptberuflichen Mitarbeiter:innen, wie auch die Zahl derer, die sich ehrenamtlich engagieren, sinken schnell und stark. Aufgrund des demographischen Wandels und gesellschaftlicher Veränderungen kommen immer weniger Menschen nach, die sich der Kirche zugehörig fühlen und sich in ihr einbringen. Das stellt Gemeinden, Einrichtungen, Verbände und kirchliche Vereine vor große Herausforderungen. Denn einfach Weitermachen wie bisher geht nicht mehr. Alles beibehalten und nur etwas weniger aufwändig gestalten, funktioniert inzwischen auch nicht mehr. Viele Menschen spüren: Es muss sich im kirchlichen Handeln grundsätzlich etwas ändern, um die Überlastung von Hauptberuflichen und ehrenamtlich Engagierten zu reduzieren bzw. zu vermeiden, aber auch damit Kirche handlungs- und zukunftsfähig bleibt. Es geht um ein gezieltes Aufhören, um Raumschaffen zum Atemholen und um Platzmachen für Neues. Es geht um Exnovation. 

In ihrem Beitrag „Aufhören, um weiterzukommen“ beschreibt Prof. Dr. min. Sandra Bils – Theologin, Organisationsentwicklerin und Exnovationsforscherin – warum Exnovation als Gegenpol zur Innovation notwendig ist, wie Exnovation - das Loslassen und Geschehen-Lassen - religiös und spirituell zwischen Karfreitag und Ostersonntag tief in unserem Glauben verankert ist und wie diese im kirchlichen Handeln gut gestaltet werden kann. Marco Koch, Gemeindereferent in der katholischen Kirche Nordharz, erzählt in seinem Beitrag, wie Gemeinden in seinem Pastoralbereich bereits vor zwölf Jahren ein Sehjahr gestaltet haben, d.h. ein Jahr, in dem sie kirchliche Aktivitäten brachliegen ließen, um zu schauen, was wirklich wichtig ist. So entstand Freiraum, um das Gebrauchte und Gewünschte mit neuer Kraft weiterzuführen und Neues auszuprobieren. Dr. Timo Freudenberger, Diözesansekretär der KAB, schildert in seinem Artikel, welche Auswirkungen die gegenwärtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen auf die KAB als Verband haben. Die KAB überlegt auf ihren verschiedenen Ebenen, was weggelassen oder verändert werden muss, um Raum zu schaffen, für das, was gegenwärtig in ihrer Verbandsarbeit wichtig und notwendig ist. Exnovation – das Weglassen oder Ändern von Gewohntem – bedeutet für sie nicht nur strukturelle Veränderungen, sondern hat insbesondere durch die gesellschaftlich notwendige Neuorientierung auch starken Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung ihrer Verbandsarbeit.

 

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